Die Schützen haben
neue Majestäten
Zahlreiche Auszeichnungen beim GauschützenfestMajestäten in Hülle und Fülle gab es beim
Gauschützenfest in Speichersdorf
zu bestaunen. Ob Winterkönige, Jugendkönige,
Pistolenkönige,
Luftgewehrkönige, Königinnen, dazu die jeweiligen Adjutanten
- etwa 1000 Personen marschierten beim Festzug
(wir berichteten)
mit, die Böllerschützen aus Immenreuth, aus Kastl und
Lochbühl sorgten
für Lärm, an den Straßenrändern beklaschten zahlreiche
Zuschauer die Vorbeimarschierenden, dazu
spielten vier Musikkapellen.
Speichersdorfs Bürgermeister Manfred Porsch sprach später von einem
historischen Ereignis. Er erinnerte an die wesentlichen Merkmale eines guten
Schützen, bei dem sich Ruhe und Spannung als Harmonie halten müssen.
Schützen konzentrieren sich auf ein Ziel und wissen, wie man mit ruhiger
Hand ins Schwarze trifft. Ausdrücklich würdigte er die besonderen Leistungen
von Fritz Schindler.
Hans Peter Gäbelein, der Schriftführer des Bayerischen
Sportschützenverbandes, nahm die Gedanken von Manfred Porsch auf. Während
heute oft der Einzelne seinen Anspruch an den Staat als Dogma deklariere,
was zur Ellenbogengesellschaft führe, sei derzeit eine gewisse Trendwende zu
erkennen, in der die Gemeinschaft wieder eine größere Rolle spiele und
wieder alte Werte in den Mittelpunkt rücken. Fritz Schindler und Rudolf
Marterer würden diese Ideale leben, so Gäbelein, sie setzen sich für den
Verein ein, und das ist für sie eine Selbstverständlichkeit. In Würdigung
der Verdienste um das Bayerische Schützenwesen wurde ihnen daher das durch
Seine Königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern gestiftete
Protektorenabzeichen verliehen.
In seiner Festrede ging Gauschützenmeister Bernhard Theiler auf den
farbenprächtigen Festzug ein, würdigte die Verbundenheit der Speichersdorfer
Vereine mit ihren Schützen. "Wir Vereine sind das Rückgrat unserer
Gesellschaft, wir sind es, über die sich der Begriff Heimat definiert", so
Theiler. Gerade die Schützenvereine vermitteln der Jugend innere und äußere
Werte und wären deshalb die Schule des Lebens. An die anwesenden
Landespolitiker appellierte er, die Gelder für den Sport wieder vermehrt
sprudeln zu lassen, denn der Staat wachse aus der Kommune und nicht
umgekehrt. Landtagsabgeordneter Walter Nadler betonte, dass Mutige in der
Zukunft eine Chance sehen. Gemeinsam mit Franz Maget, dem
Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bayerischen Landtag, wolle er anschieben,
dass die Zuschüsse schneller fließen. Franz Maget war der absolute
Überraschungsgast des Gauschützenfestes (er wollte eigentlich zum Tag des
Kindes nach Speichersdorf kommen, der findet jedoch erst in der nächsten
Woche statt).
Nach einer Einlage des Spielmannszuges aus Waldershof
kam das Highlight des Gauschützenfestes: die Proklamation und Inthronisation
der neuen Gaumajestäten.
Beim Luftpistolenschießen wurde Oskar Wank von der JVA
Bayreuth erster Ritter, zweiter ist Peter Schmidt vom SF Gesees, dritter
Klaus Roland von Tell Neudrossenfeld. König wurde mit einem 61,9-Teiler der
17-jährige Patrick Zapf von der JVA Bayreuth, sein Adjutant der 75-jährige
Manfred Hoke vom Unteren Tor Bayreuth. Beim Jugendgauschützenkönig wurde
Mike Hofmann von den Alten Treuen Neudrossenfeld erster Ritter, zweiter ist
Christopher Weigel, ebenfalls Neudrossenfeld, dritter Alexander Kraus von
der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Stadtsteinach. Der
Jugendkönigsschuss war ein sensationeller 39,2-Teiler der jüngsten
Titelanwärterin, der elfjährigen Michelle Greger vom SV Bavaria Mühlbühl,
ihr Adjutant wurde mit einem 39,8-Teiler Patrick Neuß aus Haidhof. Er
ist 15 Jahre alt.
Beim Gauschützenkönig 2006 war die Entscheidung noch
enger. Erster Ritter wurde Andreas Schindler vom SV Speichersdorf, zweiter
Roland Reitberg von der SG Thurnau, dritter Hans Neuhuber von der SG
Hollfeld. Mit einem 49,8-Teiler schaffte es Andreas Baumann von der
Schützengilde Unteres Tor Bayreuth, seine Adjutantin wurde ganz knapp
dahinter Simone Kraus aus Stadtsteinach mit einem 50-Teiler. Im Festzelt
spielten die Speichersdorfer Musikanten.
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